In meinem letzten Post zur SEO-Serie habe ich es versprochen und deshalb geht es ohne lange Pause weiter. Dieses Mal mit einem Einstieg in die Off-Page Optimierung, d. h. gezieltes Linkbuilding auf Portalen und starken Partnerseiten. Schwerpunkt beim Einstieg in dieses Thema ist die Frage “Was ist eigentlich ein qualifizierter Link?“
Im letzten Artikel ging es um die Basics der On-Page Optimierung, d. h. alle Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung, die auf eigenen Seiten bzw. am eigenen Server vorgenommen werden. Wer alle Regeln der On-Page Optimierung beherzigt, hat bereits einen großen Schritt für sein Suchmaschinenranking getan. Alle Mühen sind jedoch vergebens, wenn der Wettbewerber eine ähnlich gute Seite im Netz hat und dazu noch die notwendigen Linkpartner. Man hat also nicht die Wahl zwischen On- und Off-Page Optimierung – die optimale Kombination aus beidem macht gutes SEO aus.a
Halten wir zuvor nochmal unsere Zielsetzung fest: wir möchten Neukunden durch Suchmaschinen gewinnen und dazu benötigen wir vor allem eine gute Platzierung bei Google. Wir haben unsere Seite bereits optimiert und möchten nun durch Links auf unsere Seite weiter an unserem Ranking arbeiten.
Wer ist Frau Google?
Was? Google ist eine Frau? Selbstverständlich, denn Google ist von Natur aus mißtrauisch und hat Fremden gegenüber eine große Scheu. Empfehlungen gibt Google nur mit besonderem Grund, da muß man Frau Google schon überzeugen.
Emsa ist ähnlich gut wie Tupperware. Funktioniert in der Mikrowelle und im Gefrierfach, verschließt gut, kostet die Hälfte – pragmatisch, männlich, Kauf ich! Nicht meine Frau. “Kennst Du jemanden der Emsa hat?”, “Warum machen die keine Emsa-Parties?” und “Halten die auch ein Leben lang?” – “Sabine hat Emsa? Ich glaube Ihr Mann arbeitet dort, dann bekommen die sicherlich Provision.” – “Jürgen hat Emsa? Der muß ja auch nichts einfrieren und hat keine Ahnung davon.”
Ja, mit Google ist es wie im echten Leben. Eine neue Domain, eine neue Webseite – mit aller On-Page Optimierung ist es schwer, Google zu überzeugen. Denn die Google-Erfinder haben sich die Frau zum Vorbild gemacht und in ein mathematisches Modell übersetzt: die Linkbewertung, d. h. so lange mißtrauisch zu sein, bis genügend Empfehlungen da sind. Und während sich manche Empfehlungen positiv auswirken, schüren andere nur das natürlich programmierte Mißtrauen. Eine Empfehlung wirkt sich besonders positiv aus, wenn man davon ausgehen kann, daß der Emfehlende etwas von diesem Thema versteht. Eine negative Auswirkung ist bei meiner Frau dann zu erwarten, wenn Sie den Empfehler für einen Schwätzer hält. Und wenn zu viele gleichzeitig etwas empfehlen, dann schlägt das Mißtrauen doppelt zu.
Link ist nicht gleich Link
Tatsächlich ist Linkbuilding eine Wissenschaft. Die meisten Links geben ein paar Pluspunkte im Ranking, einige Links wirken sich besonders positiv aus aber es gibt auch welche, die das Suchmaschinenranking negativ beinflussen. Es kommt dabei vor allem darauf an, wer die Empfehlung gibt. Es kommt also darauf an, wo wir unsere Backlinks platzieren.
Wenn wir einen Link auf einer Seite platzieren, die einen hohen Stellenwert und entsprechenden Themenbezug hat, wird dieser Link uns viel weiter nach vorne bringen, als 100 andere Links, die weder Themenbezug haben bzw. auf Seiten platziert sind, die keine gute Reputation (neudeutsch oft als Ranking bezeichnet) haben.
Automatische Links
Soviel vorweg: automatische Eintragungen, Linkplatzierungssoftware und ominöse Linkbuilding-Anbieter machen keinen Sinn. Es ist mir Stand heute keine Software bekannt, die programmatisch einen ähnlich guten weiblichen Instinkt wie Google hat. Alle Automatismen scheitern an einer echten Qualifizierung des Links und des Anbieters. Es gibt einige Tools, die bei Linkbewertung und Platzierung unterstützen und Recherchen vereinfachen, aber drücken Sie bei keiner Software “SUBMIT”, wenn Ihnen die automatische Eintragung in 10.000 Suchdienste und Portale versprochen wird.
Viele, viele Links
Insbesondere wird Google nämlich dann mißtrauisch, wenn viele (unqualifizierte) Links auf einmal auftauchen. Selbstverständlich erkennt Google die Auswirkungen von Submittern und Linkbuilding-Software und reagiert entsprechend. Viele, viele Links auf Ihre Seite sind natürlich toll aber bitte nicht unverhältnismäßig viele auf einmal.
Nutzlose Links
Viele Branchenportale und Regioportale werben mit kostenlosen Einträgen, die aber keine Möglichkeit bieten einen Link zu platzieren. Das ist natürlich aus SEO-Sicht völlig sinnfrei, verständlich. Aber es gibt auch noch schlechtere Angebote, z. B. den kostenlosen Eintrag mit Link, vorausgesetzt man platziert auf der eigenen Seite einen Backlink zum Portal. Wirkt unseriös und ist es meistens auch, denn die meisten dieser Anbieter nutzen Techniken um Backlinks für Suchmaschinenoptimierung wertlos zu machen:
Der bekannteste Weg, einen Link für Suchmaschinen uninteressant zu machen ist das <nofollow>-Attribut, das vorzugsweise direkt beim Link auftaucht: <a href=”http://www.dcn.de” rel=”nofollow>Zur DCN</a>. Mit dieser Google-Erfindung wird ein Link zu 98% von allen Suchmaschinen ignoriert.
Da dieser Weg relativ schnell von Webmastern durchschaut wurde, haben einige Portale neue Möglichkeiten entdeckt: Profilseiten mit Link, teilweise sogar recht teuer, dafür wurde aber die ganze Seite durch den Meta-Tag “robots” auf “nofollow” gesetzt: <meta name="robots" content="nofollow" />.
Noch versteckter erreichen es findige Portalbetreiber durch Javascript, d. h. der Link wird überhaupt nicht in HTML generiert. Es wird vielmehr ein Javascript-Link generiert, in dem die Ziel-URL komplett vor Suchmaschinen verborgen wird. Die wohl effektivste Methode einen qualifizierten Link zu entwerten.
Nahezu genial mutet die Version an, die ich unlängst durch Zufall entdeckt habe: die robots.txt. Bei einem Portal liegen alle Eintragsseiten mit externen Links in einem Verzeichnis, das durch die robots.txt vor Suchmaschinen sicher ist, d. h. nicht mal die Profilseite selbst wird von Google indexiert, dafür aber eine fast identische Kopie der Profilseite … ohne Link.
Drum prüfe wer sich lange bindet, ob sich nicht ein <nofollow> findet. Schauen Sie den Quelltext und die Platzierung anderer Einträge an, bevor Sie in einen Eintrag investieren. Beobachten Sie diese Backlinks – zur Not manuell, besser noch mit einer SEO-Software. Und lassen Sie Angebote, die einen Link auf Ihrer Seite erfordern am besten gleich Links liegen (unbeabsichtigtes Wortspiel).
Schlechte Links
Bevor wir endlich zu den guten Links kommen und unser Keyword-Ranking damit aufwerten noch eine letzte Mahnung: es gibt schlechte Links! Diese Linkpartner sind eigentlich einfach auszumachen.
- Sie sind selten auf den vordersten Positionen zu finden
- Sie haben selten einen guten PageRank
- Sie sind meistens überfüllt mit Links
- Die Links haben keine hohe Qualität
- Sie haben eine schlechte Verlinkungen (sog. Neighborhood)
Einfach gesagt, wenn Ihnen z. B. ein Branchenbuch einen Eintrag verkaufen möchte, prüfen Sie, ob Links auf dieser Seite eventuell in die Kategorie “Nutzlose Links” fallen und Googeln Sie mit entsprechenden Keywords nach der Seite. Am besten Sie lesen weiter und entscheiden sich nur für “die guten Links”.
Gute Links
Da wir unsere Links von Hand platzieren müssen, sollten wir uns vorab also überlegen, wie wir uns vor allem bei guten Empfehlern platzieren können. Eine allgemeine Regel hierfür ist, je anerkannter der Empfehler, desto wertvoller der Link. Die Anerkennung Googles wird dabei durch den PageRank bestimmt (Ja ja, bevor jetzt alle schreien, der PageRank hat für SEO-Profis etwas an Relevanz verloren, weshalb eine gute SEO-Software inzwischen eigene Berechnungen macht und mit VisibilityRank oder SEORank betitelt, aber das führt an dieser Stelle zu weit).
Also hat grundsätzlich ein Link von der Microsoft.com-Startseite mit einem PageRank von 10 mehr wert als ein Link von z. B. Heizungsfinder.de mit einem PageRank von 3. Diese Aussage ist zwar richtig aber nicht brauchbar. Erstens bekommen wir nie einen Link von Microsoft.com und zweitens verkaufen wir Heizungen. Was wir bei der Suche nach geeigneten Seiten für unsere Backlinks also berücksichtigen müssen sind 5 Faktoren:
- Allgemeines Ranking und Reputation der Webseite
- Bezug zu unserem Produkt, Kontext
- Möglichkeit dort einen Link zu platzieren
- Gezieltes Ranking für unsere Kewords
- Link dem auch gefolgt wird, am besten eigenes HTML
Wie stelle ich das an? Nehmen wir mal das Keyword “Heizung”, geben es in die Google Suche ein und klicken uns durch die ersten paar Ergebnisseiten. Mit etwas Geschick haben wir bereits nach wenigen Seiten ein dutzend Seiten gefunden, die für eine Linkplatzierung in Frage kommen, dazu gehören Hersteller, bei denen man als Handelspartner gelistet werden kann, Branchenportale, Foren und mit entsprechenden Keyword-Kombinationen wie “Heizung München” tauchen dann auch die allgemeinen Regioportale und Yellowbooks auf.
Deeplinks
Verlinken Sie nicht nur auf Ihre Startseite, sondern versuchen Sie auf die beste (meistens auch die am besten in Google platzierte) Unterseite zu verlinken. Das nennt man Deeplink. Der Sinn dahinter ist, eine spezielle Seite in Google für ein spezielles Keyword zu stärken. Ein Beispiel: Verlinken Sie vom Heizungsportal auf der Seite “Hackschnitzelheizung” direkt auf Ihre Unterseite “Hackschnitzelheizung” um mit dem Begriff “Hackschnitzelheizung” (ja, die gibt es wirklich) nach vorne zu kommen. Wo immer es möglich ist, sollten solche Deeplinks zum Einsatz kommen. Je gezielter Sie bestimmte hochoptimierte Unterseiten verlinken – und das gilt auch innerhalb Ihrer eigenen Seiten, ist dann aber On-Page Optimierung – desto besser wird Google diese Seite für das spezielle Thema bewerten.
Qualifizierter Link
Gut gut, können wir jetzt endlich Links basteln? Nein, einen habe ich noch. Wie soll eigentlich ein solcher Links aussehen. Man spricht nämlich nicht nur aufgrund des thematischen Bezugs und der bereits genannten Linkeigenschaften von qualifizierten Links. Greifen wir noch mal das Beispiel “Hackschnitzelheizung” auf. Wir haben einen Eintrag auf einem Heizungsportal geplant und verlinken auf unsere Hackschnitzelheizungs-Seite (was ein Wort):
<a href=”http://www.hacki-heizungsbau.de/produkte/hackschni.htm”>Zur Webseite von Hacki Heizungsbau</a>
Der Link wird funktionieren, ist aber nicht wirklich qualifiziert. Warum?
<a href=”http://www.hacki-heizungsbau.de/hackschnitzelheizung/index.htm”>Hacki baut Hackschnitzelheizungen</a>
Schon besser. In der URL und im Linktext ist das Keyword enthalten. Der Link ist qualifiziert.
<a href=”http://www.hacki-heizungsbau.de/hackschnitzelheizung.htm” title=”Hackschnitzelheizungen direkt ab Werk”>Hackschnitzelheizung von Hacki</a>
Spitzenklasse. Der Link enthält das Keyword auch im Title-Attribut und beginnt mit dem Keyword. Das Keyword taucht auch im Dokumentname selbst auf, nicht nur irgendwo in der URL.
<a href=”http://www.hacki-heizungsbau.de/hackschnitzelheizung/hackschnitzelheizung.htm” title=”Hackschnitzelheizung, Hackschnitzelheitzungen, Hackschnitzel, Heizung”>Hackschnitzelheizungen, Hackschnitzelheizung – HIER KLICKEN</a>
Zuviel des Guten!
Sicher haben Sie den Unterschied selbst bemerkt. Wo immer es Ihnen möglich ist, den Linktext zu beeinflussen, verwenden Sie das Keyword am Anfang und vermeiden Sie Wiederholungen. Wenn es Ihnen gestattet ist ein ALT-Tag zu verwenden, platzieren Sie Ihr Keyword auch innerhalb des ALT-Tags, vermeiden Sie es aber, den Linktext zu kopieren. Platzieren Sie Ihren Deeplink immer auf eine URL, die das Keyword enthält, am besten im Dokumentnamen selbst.
Vergessen Sie aber nicht, wo Ihre wertvollen Backlinks hingehen. Wenn Sie Ihre Webseitenstruktur ändern, müssen die gelinkten Seiten und deren URL immer erhalten bleiben.
Jetzt dürfen Sie loslegen
So, von Rechts wegen dürfen Sie jetzt Links machen. Denken Sie daran, nicht zu viele auf einmal und immer auf die Qualität achten. 10 gute Links sind oft besser als 1000 schlechte. Wenn Sie jetzt vor lauter Theorie nicht wissen, wie Sie loslegen können, lesen Sie noch ein Paar andere interessante Artikel und warten ein paar Tage auf meinen Blogpost “Off-Page Optimierung Praxis”. Wir lesen uns …
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wenn das die basics sind, bin ich gespannt, was du im profi-post zu sagen hast.
grundsätzlich finde ich den artikel gut und umfassend, er ist aber dadurch auch ziemlich lang und wird zäh zu lesen. der anflug von wortwitz macht sich dabei wiederum gut. würde zukünftig eventuell mehrere posts mache, weils ja eh ne serie ist.
ist der on-page bereich jetzt eigentlich abgesagt?
Klasse Beitrag, allerdings mit einer kleinen Anmerkung: Das alt-Attribut (kein alt-Tag!) bietet einen alternative Textbeschreibung für ein Bild an, um so den Inhalt des Bildes auch für assistive Technologien (bspw. Screenreader) zugänglich zu machen. Bei der Verlinkung eines Textlinks, wie im hier genannten Beispiel zur “Hackschnitzelheizung” muss ein title-Attribut verwendet werden.
Der Praxis-Post kommt wahrscheinlich nächste Woche. Er ist eigentlich schon fast fertig, weil ich ihn aus diesem Post rausgenommen habe, der noch mal um die Hälfte länger war. Ich habe die berechtigte Kritik (danke dafür) aber verstanden und werde versuchen Themen in mehr Posts zu verteilen.
Der On-Page Bereich geht ohne Frage weiter und zwar … heute *freu*
Wie immer, sehr gute Arbeit…Freue mich das Du wieder dabei bist…
Puuh … schwitz … peinlich. Da ist mir nicht nur der Fehler in die Code-Schnipsel reingeraten, ich habe ihn dann gleich noch falsch kommentiert. Vielen Dank für den Korrekturhinweis, den ich gleich umgesetzt habe.
Danke Sascha, bin froh, dass Du mich dazu angeschubst hast
Good blog, I’m going to spend more time researching this subject