The day after Google Instant Search … und die Auswirkungen auf SEO

9 September 2010 von Alf Drollinger Kommentieren »

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Gestern hat Google die bereits vor einigen Wochen von einigen Googlern im Testfeld entdeckte “Google Suggest 2.0 Suche” tatsächlich eingebaut. Vorboten waren die ungewöhnlichen Google Doodles in den letzten Tagen. Die Neuerung hat immense Auswirkungen auf SEO und SEM. Die erste: ich konnte heute Nacht kein Auge zutun.

Warum ich nicht schlafen konnte

Seit mehreren Monaten haben wir intern an einer eigenen Lösung zur Auswertung und Verbesserung der Suchmaschinenoptimierung gearbeitet. Dazu wurden vorwiegend Google Suchergebnisse analysiert und entsprechende Auswertungen aufbereitet. Wir haben die Lösung glücklicherweise nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, denn seit gestern Abend ist alles anders.

Nachdem Google in den vergangenen Monaten bereits die Google Suggest Suche (d. h. die Autovervollständigung von Begriffen und Phrasen im Suchfeld), die Universal Search (das Einstreuen von Ergebnissen aus der Bildersuche, der Newssuche und anderer Suchquellen in das normale Suchergebnis), die personalisierte Suche und nicht zuletzt die Google Echzeitsuche ausgebaut hat und uns damit öfters mal Kopfzerbrechen bereitet hat ist Google Instant Search die wohl letzte große Neuerung mit drastischen Auswirkungen.

Insbesondere einige SEO-Tools, die Auswertungen über SERPs (Suchergebnisseiten) machen – wie wir – haben mit Google Instant Search eine neue Herausforderung und einige Probleme zu lösen.

Was ist Google Instant Search?

Bei Google Instant Search – wir haben das Feature nach dem ersten Auftauchen vor einigen Wochen “Google Suggest 2.0″ getauft – wird nicht nur das Ergebnis im Eingabefeld mit jedem eigegebenen Buchstaben aktualisiert, sondern die gesamte Ergebnisseite samt AdWords und Ergebnisse aus Universal Search. Während Google Instant Search in den USA bereits komplett eingeschaltet ist, ist in den Datacentern in Europa so auch bei Google Deutschland offensichtlich die Anmeldung mit einem Google Konto notwendig.

Trotzdem wird Google Instant Search in Kürze weltweit als Standardfunktion verfügbar sein und macht weder vor älteren und mobilen Browsern noch vor Nutzern ohne Google-Konto halt. Der Umstand, daß man Google Instant Search als Benutzer auf dreierlei Weise abschalten kann …

  • Indem man Javascript deaktiviert oder IE6 verwendet
  • Indem man es in seinem Google Account deaktiviert
  • Indem man bewußt den Search-Button drückt

… wird Suchmaschinenoptimierern und Online-Marketern wohl kaum weiterhelfen, denn die Großzahl an Benutzern wird Google Instant Search ohne Frage benutzen. Die offizielle Kurzübersicht findet man übrigens unter http://www.google.com/instant/

Google Instant Search aus Nutzersicht

Tatsächlich kann man mit Google Instant Search Zeit sparen. Die Funktion ergänzt Google Suggest auf eine Art und Weise, die das Suchverhalten von Nutzern nachhaltig verändern wird, sehen Sie selbst:

Mit Google Instant Search wird der Suchende auf eine neue Art und Weise geführt. Während Google Suggest bereits Vorschläge geliefert hat, die jedoch von vielen, inbesondere zielgerichteten Nutzern noch ignoriert wurden, ist es nahezu unmöglich die Vorschläge Google Instant Search zu ignorieren. Wenn die Ergebnisliste eine Menge AdWords und Bilder aus Universal Search enthält, geht die Benutzertendenz klar von den organischen Treffern weg, sofern sie sich nicht auf den ersten 2 Rängen platzieren und damit sofort ins Sichtfeld gelangen. Die User Experience von Instant Search macht das Scrollen und Klicken durch den Seitenbrowser unnötig, was sehr starken Einfluß auf Suchmaschinenoptimierung haben wird.

Google Instant Search und Suchmaschinenoptimierung (SEO bzw. SMO)

Ist SEO tot? Natürlich kursiert diese ketzerische Frage einmal wieder in Blogs und Twitter Streams. Natürlich ist diese Aussage stark überspitzt aber ein Paradigmenwechsel in Sachen SEO wird auf jeden Fall stattfinden:

  • Es sind wirklich nur noch die ersten Plätze relevant
    Was bisher durchaus schon sinnvoll war, wird unverzichtbar. SEO lohnt sich nur bei Begriffen und Phrasen, für die man auch die TOP-Rankings anvisiert. Bislang hat man bei stark umworbenen Keywords auch versucht die hinteren TOP10-Rankings zu erreichen. Durch die Veränderte User Experience, die Scrollen unwahrscheinlicher macht, wird diese Position jedoch unattraktiver.
  • Universal Search gewinnt zunehmend an Relevanz
    Wer bisher nur auf organische Suchergebnisse optimiert hat, sollte sich mit Universal Search befassen. Durch Google Instant Search gewinnt auch Universal Search an Relevanz, d. h. Bildersuche, News-Suche, Echtzeitsuche, Shop-Suche via Google Base und nicht zuletzt regionale Suche via Google Maps an Relevanz. Es ist also bei Suchergebnissen zu optimierten Keywords und Suchphrasen (also Keyword-Kombinationen) auf das tatsächliche Ergebnis zu achten, das der Google-Nutzer höchstwahrscheinlich zu sehen bekommt.
  • Google Suggest führt anstatt vorzuschlagen
    Durch Instant Search wird Google Suggest vom Vorschlag zur klaren Benutzerführung. Es wird unwahrscheinlicher, daß der Anwender eine Suchphrase bildet, die Google nicht vorschlägt. Demnach wird es zunehmend wichtiger bei Keywordrecherchen die Suggest-Vorschläge zu prüfen und daraufhin zu optimieren.
  • SEO-Software muß den Änderungen Rechnung tragen
    Die größte Veränderung wird sich also im Bereich der SEO-Software ergeben. Software, die sich auf Ermittlung organischer Suchergebnisse konzentriert und Suggest wie Universal Search ignoriert, wird irrelevant, da Sie die “Unschärfen”, die durch Instant Search und natürlich personalisierte Suche in den Mittelpunkt rücken. Auch entsprechende Keyword-Tools, die Suggest respektive Instant Search berücksichtigen, werden notwendig.

Google Instant Search und Suchmaschinenmarketing (SEM bzw. SEA)

Was für SEO hinsichtlich Keyword-Recherche gilt, ist für AdWords & Co. natürlich in gleicher Weise gültig. Ansonsten hat Google – sicherlich beabsichtigt – mit Instant Search den AdWords-Bereich weiter gestärkt, da AdWords sehr viel prominenter auf den Ergebnisseiten platziert ist und bei bestimmten Auflösungen gar keine organischen Ergebnisse mehr angezeigt werden (interessanter Blog-Post dazu: http://www.karlkratz.de/onlinemarketing-blog/google-instant-suche/).

Ein erstes Fazit

Daß sich vor allem im SEO-Bereich etwas ändern wird ist klar. Insbesondere Keyword-(Phrasen)-Recherche und das veränderte Suchverhalten werden sich verändern. Wie sich die Besucherströme auf Webseiten durch das Instant Suchen verändern, werden die Web Analytics Systeme erst in einigen Tagen zeigen und wie man darauf konkret reagieren kann, bleibt ebenfalls spannend.

SEO ist natürlich nicht tot, aber Hobby-Suchmaschinenoptimierer werden es zukünftig schwerer haben, nachweislich relevanten Traffic auf Kundenseiten zu bekommen. Google Instant Search erfordert neue SEO-Tools und mehr Google-Kenntnisse als nur die reine SERP-Analysen und Google Keyword-Tool-Bedienung.

Insbesondere bei SEO-Software bin ich auf die Entwicklungen der nächsten Tage gespannt. Bis dahin werde ich unsere gesammelten Piwik und Google Analytics Konten (immerhin über 40, wie ich heute bemerkt habe) beobachten und zusehen wer gewinnt und wer verliert. Dann entstehen eventuell neue Erkenntnisse, die ich hier mitteilen kann.

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2 Kommentare

  1. Was mich mal interessiert ist ein Bericht über die Auswirkungen von Google+ auf SEO ^^. Freue mich darauf.

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  1. t3n.de/socialnews

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